Ausgereifte, verträumte Melodien mit eingängigen Texten und
einer einschmeichelnden Frauenstimme: Fertig ist der schön verpackte
Popsong made in Krefeld.
Sie machen schon seit der Schulzeit Musik: vier Jungens und ein Mädel,
die sich der Popmusik verschrieben haben. Und sie nennen sich "Oh,
Napoleon". Doch was eint sie mit dem legendären französischen
Feldherren? Gar nichts, lautet die lapidare Antwort. Das Quintett hat
den ursprünglichen sperrigen Namen der Band "Your Dumb Invention" über
den Haufen geworfen und sich nach der US-amerikanischen Kleinstadt
Napoleon benannt, in deren Nähe Songwriter und Gitarrist Maximilian
Frieling geboren wurde. Kurzerhand wurde der Kürzel des Bundesstaates
Ohio dazu gepackt - also "OH" -, fertig war der neue Bandname. Und wenn
man denn schon amerikanische Wurzeln hat, kann man in seinen Liedern
auch schon mal sehnsüchtig von "Chicago" träumen.
Eine Frau im Männerclub
Angefangen hat alles bei einer Party, als Gitarrist Maximilian Frieling und Bassist Danny Balzer sich bei einem kühlen Bier schnell über die Gründung einer Band einig wurden. Zusammen mit dem befreundeten Schlagzeuger Patrick Richardt schrieben sie als Trio erste Songs.
Vor allem Hauptsongschreiber Max Frieling musste sich damit anfreunden, seine Lieder weiblicher zu konzipieren. "Also das hat alles gedauert", sagt er, "aber jetzt sind wir sehr zufrieden. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung."
Entdeckt im Niemandsland
Oh, Napoleons Frontfrau Katrin Biniasch wuchs in einer musikalischen Familie auf, ihre Eltern spielen selbst in Bands und brachten ihr schon früh das Singen bei. Außerdem hat der musikbegeisterte Vater in der Nähe von Krefeld einen Proberaumkomplex gebaut, in dem Dutzende von Bands spielen – eben auch Oh, Napoleon. Im Niemandsland zwischen Weiden und Feldern basteln sie an ihren Stücken und das offenbar so überzeugend, dass schon früh eine Plattenfirma auf die fünf aufmerksam wurde. "Das ist bei uns ein etwas verrückter Weg, der vielleicht ein bisschen anders läuft als bei vielen anderen jungen Bands", sagt Patrick Richardt. "Wir hatten nämlich das Glück, über das Portal myspace schon sehr früh von einer großen Plattenfirma angeschrieben worden zu sein."
Wie im Jahrbuch
Über vier Jahre mussten Freunde, Familie und die ersten Fans warten, bis Oh, Napoleon endlich das erste eigene Album präsentieren konnte - eine gefühlte Ewigkeit, findet Katrin Biniasch. "Wir haben die CD 'Yearbook‘ genannt, weil es so lange gedauert hat und so viel passiert ist. Viele, viele Texte des Albums verbinde ich mit der Phase der ganzen Warterei, Es geht natürlich um Liebe, ums Verlassen werden, das Leben generell, die Höhen und Tiefen - wie im Jahrbuch quasi."
Und etwas anderes als Pop will Oh, Napoleon auch gar nicht machen, bestätigt Patrick Richardt. "Mir geht‘s auf die Nerven, dass man zu Popmusik immer noch einen Zusatzbegriff finden soll. Man braucht sich nicht zu schämen, einfach Popmusik zu sagen. Ob ich jetzt sage, wir machen Indie-Pop oder alternativen Pop, warum nicht einfach Pop?"
Im Rampenlicht
Anders als andere junge Bands hatte Oh Napoleon das Glück, durch die Plattenfirma im Rücken früh die richtigen Leute kennenzulernen. Oliver Zülch, der Produzent der Ärzte, griff ihnen ebenso unter die Arme wie der Gitarrist der populären Band Klee und das Management der nicht minder bekannten Sportfreunde Stiller.
Bei so viel prominenter Unterstützung ließ auch der ein oder andere große Auftritt nicht auf sich warten. "Das Highlight für mich in der kompletten Laufbahn von 2005 bis jetzt war Rock am Ring und Rock im Park, das war wirklich schon ein Riesenereignis", schwärmt Sängerin Katrin Biniasch. "Ich weiß noch, damals ganz am Anfang habe ich immer gesagt: Wenn ich mal bei Rock am Ring spiele, dann hab ich‘s geschafft. Vor 10.000 Leuten zu stehen passiert ja auch nicht jeden Tag, das war definitiv das Highlight."
Musik gegen Alltag
Doch der Wunsch bleibt: Auf jeden Fall will das Quintett irgendwann mal mit Musik sein Geld verdienen. Pläne für ein zweites Album nach dem "Yearbook" haben sie auf alle Fälle schon in der Tasche. Und mit sechsjähriger Banderfahrung sind Oh, Napoleon schon fast alte Hasen im Popgeschäft und wissen genau, was sie wollen. "Also ich tanze da nicht groß rum, und ich mache keine Radschläge. Die Musik steht im Mittelpunkt", sagt Katrin Biniasch. "Wir haben einige Songs, die sehr emotional sind, und ich habe das Bedürfnis, wenn ich auf der Bühne stehe, die Leute damit zu berühren. Dafür ist Musik doch da."
Eine Frau im Männerclub
Angefangen hat alles bei einer Party, als Gitarrist Maximilian Frieling und Bassist Danny Balzer sich bei einem kühlen Bier schnell über die Gründung einer Band einig wurden. Zusammen mit dem befreundeten Schlagzeuger Patrick Richardt schrieben sie als Trio erste Songs.
Katrin Biniasch überzeugte die Männerband
Doch dem Sound fehlte der nötige Schliff, und so wurde Pianist
Maximilian Landwehrjohann ins Boot geholt. Ganz waren die vier Jungs
immer noch nicht zufrieden, eine Frauenstimme musste her. Die Wahl fiel
auf Katrin Biniasch, die schon bei der ersten Probe überzeugte – wenn
der eingeschworene Männerclub auch zunächst seine Bedenken hatte, wie
Patrick Richardt gesteht: "Wir haben sofort gemerkt, dass die Stimme
einfach sehr sehr gut ist, aber trotzdem hatten wir in dem Moment alle
mit einer neuen Situation zu kämpfen, weil eben eine Frauenstimme die
Musik auch deutlich verändert."Vor allem Hauptsongschreiber Max Frieling musste sich damit anfreunden, seine Lieder weiblicher zu konzipieren. "Also das hat alles gedauert", sagt er, "aber jetzt sind wir sehr zufrieden. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung."
Entdeckt im Niemandsland
Oh, Napoleons Frontfrau Katrin Biniasch wuchs in einer musikalischen Familie auf, ihre Eltern spielen selbst in Bands und brachten ihr schon früh das Singen bei. Außerdem hat der musikbegeisterte Vater in der Nähe von Krefeld einen Proberaumkomplex gebaut, in dem Dutzende von Bands spielen – eben auch Oh, Napoleon. Im Niemandsland zwischen Weiden und Feldern basteln sie an ihren Stücken und das offenbar so überzeugend, dass schon früh eine Plattenfirma auf die fünf aufmerksam wurde. "Das ist bei uns ein etwas verrückter Weg, der vielleicht ein bisschen anders läuft als bei vielen anderen jungen Bands", sagt Patrick Richardt. "Wir hatten nämlich das Glück, über das Portal myspace schon sehr früh von einer großen Plattenfirma angeschrieben worden zu sein."
Maximilian Landwehrjohann verstärkt Oh, Napoleon am Piano
Im Fokus eines Labels zu stehen hatte aber auch Nachteile, räumt der
Gitarrist ein: "So schön es auch war, dass so früh eine Plattenfirma auf
einen zukommt, es wirft einen streckenweise auch zurück, weil man eben
gar nicht diesen normalen Entwicklungsprozess geht, sondern schon von
vorne herein jemanden da hat, der einem auch immer wieder mal in Maßen
reinredet. Man lässt sich dann beeinflussen von Dingen, und bis wir
diese Songs alle zusammen hatten und wirklich zufrieden waren, hat es
eine Zeit lang gedauert."Wie im Jahrbuch
Über vier Jahre mussten Freunde, Familie und die ersten Fans warten, bis Oh, Napoleon endlich das erste eigene Album präsentieren konnte - eine gefühlte Ewigkeit, findet Katrin Biniasch. "Wir haben die CD 'Yearbook‘ genannt, weil es so lange gedauert hat und so viel passiert ist. Viele, viele Texte des Albums verbinde ich mit der Phase der ganzen Warterei, Es geht natürlich um Liebe, ums Verlassen werden, das Leben generell, die Höhen und Tiefen - wie im Jahrbuch quasi."
Schlagzeuger Patrick Richardt hofft, mal von der Musik leben zu können
"Yearbook" ist ein Album mit geschickten Arrangements, das mühelos
den einen oder anderen Ohrwurm hervorzaubert. Mögen die Songs anfangs
recht simpel daherkommen, setzten sie sich irgendwann fest und wollen
einen nicht mehr loslassen. Ausgereifte, verträumte Melodien mit
eingängigen Texten wie in "I don't mind" und dazu Katrins schmeichelnde
Stimme: Fertig ist der schön verpackte Popsong.Und etwas anderes als Pop will Oh, Napoleon auch gar nicht machen, bestätigt Patrick Richardt. "Mir geht‘s auf die Nerven, dass man zu Popmusik immer noch einen Zusatzbegriff finden soll. Man braucht sich nicht zu schämen, einfach Popmusik zu sagen. Ob ich jetzt sage, wir machen Indie-Pop oder alternativen Pop, warum nicht einfach Pop?"
Im Rampenlicht
Anders als andere junge Bands hatte Oh Napoleon das Glück, durch die Plattenfirma im Rücken früh die richtigen Leute kennenzulernen. Oliver Zülch, der Produzent der Ärzte, griff ihnen ebenso unter die Arme wie der Gitarrist der populären Band Klee und das Management der nicht minder bekannten Sportfreunde Stiller.
Bei so viel prominenter Unterstützung ließ auch der ein oder andere große Auftritt nicht auf sich warten. "Das Highlight für mich in der kompletten Laufbahn von 2005 bis jetzt war Rock am Ring und Rock im Park, das war wirklich schon ein Riesenereignis", schwärmt Sängerin Katrin Biniasch. "Ich weiß noch, damals ganz am Anfang habe ich immer gesagt: Wenn ich mal bei Rock am Ring spiele, dann hab ich‘s geschafft. Vor 10.000 Leuten zu stehen passiert ja auch nicht jeden Tag, das war definitiv das Highlight."
Musik gegen Alltag
Schöpferische Pause: Oh, Napoleon
Derzeit ist es etwas ruhig geworden um Oh, Napoleon. Die
facebook-Seite ist verwaist, und Auftritte stehen auch nicht an. "Wir
haben halt alle unsere Nebenjobs, wie gehen auch noch teilweise
studieren", sagt Patrick Richardt. "Wenn man dann eben mal einen Monat
keine Konzerte spielt und bekommt plötzlich von einem auf den anderen
Tag gesagt: 'nächste Woche komplett auf Tour', dann muss man das seinem
Chef im Kiosk oder in der Bar, wo man kellnert, erst mal erzählen und
hoffen, dass der einen nicht direkt rausschmeißt."Doch der Wunsch bleibt: Auf jeden Fall will das Quintett irgendwann mal mit Musik sein Geld verdienen. Pläne für ein zweites Album nach dem "Yearbook" haben sie auf alle Fälle schon in der Tasche. Und mit sechsjähriger Banderfahrung sind Oh, Napoleon schon fast alte Hasen im Popgeschäft und wissen genau, was sie wollen. "Also ich tanze da nicht groß rum, und ich mache keine Radschläge. Die Musik steht im Mittelpunkt", sagt Katrin Biniasch. "Wir haben einige Songs, die sehr emotional sind, und ich habe das Bedürfnis, wenn ich auf der Bühne stehe, die Leute damit zu berühren. Dafür ist Musik doch da."
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